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Peter Gabriel

I/O

Virgin Music/Universal Music/Real World Records

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Album 08.01.2024

Peter Gabriels erstes neues Songmaterial nach mehr als 20 Jahren Soloalbumabstinenz polarisiert die Fachmedien: Für die Einen ist I/O das Magnus Opus des britischen Musikers, für die Anderen der langweiligste "PG" ever. An beiden Sichtweisen ist etwas dran, aber eine Sache ist unbestreitbar: Wenn die lebende Legende ein Album veröffentlicht, ist ihm die Aufmerksamkeit gewiss – auch die unsere!

Die Marketing-Strategie zu I/O war neu und einzigartig: Im Laufe des Jahres 2023 veröffentlichte Peter Gabriel, pünktlich zu jedem Vollmond, einen neuen Song aus dem Album. Dabei waren alle 12 Tracks in zwei unterschiedlichen Stereomixen zu hören – einem „Bright-Side“-Mix, der von Mark ‚Spike‘ Stent bearbeitet wurde und dem „Dark-Side“- Mix, für den sich Tchad Blake verantwortlich zeichnet. Den „Endprodukten“ gingen sage und schreibe 21 Jahre des Aufnehmens und Überarbeitens voraus – freilich mit Chören, großer Orchestrierung unter dem Dirigentenstab und der arrangierenden Hand von John Metcalfe, dem Produzentengehör von Brian Eno, Elektronik-„Beratern“ wie Skrillex und illustren Gastmusikern und treuen Wegbegleitern wie Manu Katché (Schlagzeug), David Rhodes (Gitarre) und Tony Levin (Bass). 130 „Roh“-Tracks standen letztlich zur Auswahl, aus denen Gabriel 12 selektierte, die in eine finale Form gegossen werden sollten.

Das Ergebnis ist ein atmosphärisch dichtes, vielseitiges Potpourri aus sinfonischem und groovigem Pop, an dem sich die Geister scheiden: Während viele die einstige Innovationskraft sowie Ecken und Kanten des Musikers vermissen, meinen andere wiederum einen gesetzten, gereiften Peter Gabriel zu erkennen. Ein Zitat aus der Pressemitteilung zur Veröffentlichung gibt Aufschluss: „Es geht um Input und Output – darum, dass alles zusammenhängt. Je älter ich werde, desto mehr lerne ich. Einfach, indem ich zuhöre und beobachte. So habe ich erkannt, dass wir als Menschen nicht so autonom sind, wie wir glauben, sondern Teil eines großen Ganzen. Wenn wir das begreifen, gibt uns das vielleicht ein Gefühl der Sinnhaftigkeit und des Glücks. Darüber rede ich hier.“

In dieser Aussage liegt der Unterschied zu Peter Gabriels Frühwerken, vor allem zu den ersten vier Releases, die stets aus der Perspektive einen mit sich und der Welt nicht einverstandenen, nach der Wahrheit suchenden Menschen entstanden. Dies begann sich seit seiner Begegnung mit dem pakistanischen Qawwali-Sänger und Musiker Nusrat Fateh Ali Khan zu ändern und scheint nun den Seelenfrieden in I/O gefunden zu haben. In der Tat: einen gefälligeren Peter Gabriel hat man bis dato noch nicht gehört. Dennoch: Die nach und außen gewandten Texte sind anspruchsvoll, aber nicht pathetisch, die Produktion ist – wie immer – maßstabsetzend. Auch wenn die Unterschiede zwischen den „Bright-Side“- und „Dark-Side“-Mixen nicht wirklich groß sind – die subtil gezeichneten „Stimmungsfarben“ der beiden Versionen gereichen ihren Betitelungen zur Ehre und mehr noch: Sie machen I/O zu einer absolut lohnenswerten musikalischen und klanglichen Entdeckungsreise!

Album-Formate

Download/Streaming https://petergabriel.bandcamp.com/album/i-o
2LP PGLP21 (Bright-Size Mixes)
2LP PGLPX21 (Dark-Side Mixes)
CD PGCD21 (Bright- & Dark-Side Mixes)